{"id":116,"date":"2021-12-01T09:05:18","date_gmt":"2021-12-01T09:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/2030.slatter.ch\/?p=116"},"modified":"2021-12-02T13:15:40","modified_gmt":"2021-12-02T13:15:40","slug":"beitrag-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2030.slatter.ch\/?p=116","title":{"rendered":"Beitrag 5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dieser Beitrag fokussiert sich auf m\u00f6gliche zuk\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen und deren Vor- und Nachteil am Seminar. Angesprochen wird &#8222;Papier vs. Tablet&#8220;, das Potenzial von Video-Calls und Virtual Reality und die immerw\u00e4hrenden B\u00fccher an der Universit\u00e4t.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00abWie wird das Studium 2030 aussehen? Wie sollte es aussehen? Was sind die Chancen, was die Risiken?\u00bb In diesem Semester habe ich mich jede Woche mit diesen Fragen im freien Tutorat auseinandergesetzt. F\u00fcr diesen Input m\u00f6chte ich mich auf das Thema der Digitalisierung fokussieren. Mit Digitalisierung meine ich grob den Wandel von analog zu digital in Feldern wie Bibliotheken und Archive, in der Arbeitswelt oder bei Kommunikationsmittel. Ich versuche die oben genannten Fragen im Hinblick auf mein Verst\u00e4ndnis und meine Vorstellungen, was Digitalisierung beinhaltet, an ein paar Beispiel aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Es war in den letzten Jahren ein leichter Trend zu beobachten, wie immer mehr Studierende statt mit einem Computer im Seminarraum sassen, einen viel kleineres Tablet mitgebracht und mit einem Stift auf dem Bildschirm geschrieben haben. Diese kleine R\u00fcckkehr des Stifts kam f\u00fcr mich \u00fcberraschend. Ich haben mir vorgestellt, dass wir alle den Stift mit dem Papierblock nicht mehr benutzen werden. Trotzdem gibt es kaum mehr Vorlesungsr\u00e4ume ohne Steckdosen und keine Veranstaltung, ohne dass man das Klicken von Tasten h\u00f6rt. Deswegen m\u00f6chte ich die Position vertreten, dass die Trends der Digitalisierung an der Uni in ganz unterschiedliche Richtungen gehen werden: stetig immer mehr Digitales in unserem Alltag aber auch wieder \u00abback to the drawing board\u00bb.<\/p>\n<p>Die Pandemie h\u00e4tte gem\u00e4ss unterschiedlichen News-Kan\u00e4len einen grossen Schub in der Digitalisierung mitgebracht. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass sich dies eher horizontal als vertikal entwickelt hat. Ich m\u00f6chte damit aussagen, dass der Wechsel auf digitale Formate f\u00fcr einige Personen w\u00e4hrend der Pandemie geschehen ist. Aber eine Steigerung in Funktionsm\u00f6glichkeiten zum Beispiel bei Video-Anrufen, war selten zu beobachten. Damit meine ich nicht, dass Firmen wie \u2018Zoom Video Communications\u2019 Emojis und Filter gemacht haben. Es sind bei Zoom keine grossen Ver\u00e4nderungen im Bereich von Video-Anrufen geschehen. Vielleicht haben sie die Strategie verfolgt, eine verl\u00e4ssliche und stetig einfach anwendbare Kommunikationsart zu sein. Aber ich w\u00fcrde genau in Video-Calls viel mehr Potenzial sehen, das man aussch\u00f6pfen k\u00f6nnte. Wie w\u00fcrde sich die Lehre ver\u00e4ndern, wenn man online in einem dreidimensionalen Raum sein und dabei sich selbst herumbewegen k\u00f6nnte? W\u00e4re das nicht auflockern und w\u00fcrde vielleicht mehr Dynamik in einen Video-Call hineinbringen?<\/p>\n<p>Virtual Realities k\u00f6nnte ich mir definit vorstellen, als ein zentrales Element f\u00fcr die Lehre im Jahre 2030. Um als Beispiel verschiedene VR Plattformen zu zeigen, kann ich eine Auflistung\u00a0 auf der Webseite von XR4WORK empfehlen (<a href=\"https:\/\/www.xr4work.com\/collections\/best-apps-for-vr-meetings-2021\">Link<\/a>). Vielleicht hat sich auch die Universit\u00e4t bis 2030 \u00fcberlegt, ob andere Plattformen noch unterhaltsamere Unterrichtsarte bieten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Obschon Virtual Reality mir gut gef\u00e4llt als Chance f\u00fcr die Lehre 2030, wird der Wunsch nach nicht-virtuellem Kontakt mit den Mitmenschen bleiben. Es scheint Paradox, dass wir eigentlich so verbunden sind wie noch nie, denn man kann in k\u00fcrzester Zeit so viele Leute erreichen, doch l\u00f6st es bei vielen ein st\u00e4rkeres Gef\u00fchl von Einsamkeit aus. Es geh\u00f6rt auch hier bemerkt, dass bei den Aussagen wie \u00abwir haben alle in der Pandemie vom Computer im Homeoffice gearbeitet\u00bb nur ein Teil der Menschen angesprochen wird. Viele Personen haben keine Jobs, die sich in einem Laptop mitnehmen lassen. Diese Aussage hat auch etwas Klassistisches an sich. Ich w\u00fcrde dabei auch das Risiko sehen, dass die Bildungsgerechtigkeit dadurch abnehmen w\u00fcrde, was es auf jeden Fall zu verhindern gilt. Bestimmt hatten viele Familien in der Schweiz nicht f\u00fcr jedes ihrer Kinder einen Computer Zuhause, den sie ungest\u00f6rt in einem eigenen Zimmer benutzen konnten.<\/p>\n<p>Ein letzter Gedanken, den ich einbringen m\u00f6chte, ist, dass die Bibliothek der Universit\u00e4t in ihren Kursen \u00fcber Informations-, Daten- und Medienkompetenz oft erkl\u00e4ren, dass man haupts\u00e4chlich nur die Bibliotheken und die Archive vor Ort benutzt, aber nie wirklich all ihre online Angebote. Dies scheint doch auch nicht mit den oft genannten Vorstellungen \u00fcber eine mehr und mehr digitalisierter Alltag \u00fcbereinzustimmen? Irgendwas ist anders, wenn man mit einem Buch lernt als nur mit einem so einfach l\u00f6schbarem Text auf dem Computer Bildschirm. Trotz Digitalisierung sehe ich immer auch B\u00fccher in meiner Vorstellung vom Studieren am Seminar 2030. Ein Ort, wo man sich neues Wissen aneignet, ist nach wie vor f\u00fcr mich stark mit B\u00fccher verbunden. Das hat auch fest etwas von einem \u2018Kanon\u2019 von Forschenden oder einer Wissenstradition. Dieses Gef\u00fchl kann man auch nicht mit Virtual Reality ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag fokussiert sich auf m\u00f6gliche zuk\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen und deren Vor- und Nachteil am Seminar. Angesprochen wird &#8222;Papier vs. Tablet&#8220;, das Potenzial von Video-Calls und Virtual Reality und die immerw\u00e4hrenden B\u00fccher an der Universit\u00e4t.\u00a0 &nbsp; \u00abWie wird das Studium 2030 aussehen? Wie sollte es aussehen? 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